Softwareentwicklung in 24 Stunden Microsofts veranstaltete nun auch in Erlangen einen "Hackathon"

Unter dem Motto „Eat, sleep, hack, repeat“ rotierten die Rechner, stapelten sich die Lan-Kabel und liefen die Kinect-Kameras heiß. Gemeinsam mit dem Softwarehersteller Metrilus lud der Medical Valley EMN e. V. im September zum „Hackathon“ nach Erlangen.

Mehr als 130 Hacker, Entwickler und Technikbegeisterte hatten 24 Stunden Zeit, eigene Software-Lösungen und Anwendungen rund um das Thema „computational sensing“, also rechnergestützte Wahrnehmung, auszutüfteln. Die Teilnehmer des „Hackathons“ nutzten die unterschiedlichsten Soft- und Hardwareinnovationen der Microsoft Corporation: darunter die durch Körperbewegung steuerbare Spielekonsole Kinect, die Spieleentwicklungsumgebung Unity 3D, Project Oxford mit intelligenten Servicefunktionen, die sensorgestützte Smart Watch Microsoft Band sowie Cortana, Microsofts persönlicher Assistent für Windows 10 und Internet of Things (IoT) Geräte. Welche Bausteine sie aus dem Soft- und Hardwarebaukasten nutzen wollten, entschieden die Teilnehmer selbst.
Freitagnachmittag hielten Mitarbeiter von Metrilus pro Technologie eine Vorlesung. Von Samstag 10 Uhr bis Sontag 10 Uhr konnten die Teams an ihren Projekten arbeiten. Für Fragen waren Non-Stop Mitarbeiter vor Ort. Im Anschluss stellten die zwanzig Teams stellten ihre Ergebnisse vor– die besten wurden von einer Jury mit Preisen im Wert von 4.000 Euro prämiert.

Den ersten Platz belegte Vizoo, ein Start-up aus dem Medical Valley Center, das eine virtuelle Live-Anprobe für verschiedene Brillenmodelle via Kinect realisierte. Martin Semsch (26), einer der Gründer, führt den Gewinn auch auf das richtige Zeitmanagement zurück. „Ich denke, nachdem wir schon seit einigen Jahren zusammenarbeiten, konnten wir ganz realistisch einschätzen, was man in der kurzen Zeit schaffen kann und was nicht.“

Gymnastikübungen tracken
Der Sonderpreis für den „best medical hack“ mit einem Preisgeld von 500 Euro ging an NeuroDetect. Das Team aus Informatik- und Medizintechnikstudenten arbeitete auch die Nacht hindurch an einer Gelenkerkennungssoftware für die Kinect. Sie programmierten und visualisierten dafür zwei Gleichgewichtsübungen zum Nachahmen. Das Besondere dabei: Die korrekte Ausführung kann live nachvollzogen werden und Fehlbewegungen werden bemängelt. Ihre Idee präsentierte die Gruppe im Rahmen der „Langen Nacht der Wissenschaft“ im Oktober. „Es hat viel Spaß gemacht, die Übungen dann nochmal auszuprobieren mit einem noch witzigeren Interface“, berichtet Malte Müller von NeuroDetect. Wie die Gründer von „Vizoo“ werden sie ihre Idee aber nicht weiterverfolgen. „Das kann man schnell nachbauen, wir hätten daher keine Wettbewerbsvorteile“, weiß der 24-jährige.

„Hackathons“ gelten in der Softwareindustrie seit mehr als zehn Jahren als Methode, die Möglichkeiten und Grenzen neuer Softwareprodukte zu erproben, vorhandene Anwendungsgebiete zu verfeinern oder neue zu erschließen. Bislang unterstützte Microsoft jedoch hauptsächlich „Hackathons“ in großen Metropolen wie Amsterdam oder New York.

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