Hydrogenious Technologies Erneuerbare Energien zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Wasserstoff gilt vielen als „Erdöl der Zukunft“. Schließlich ist der Energieträger praktisch unendlich vorhanden und sein Verbrauch mit keinen Emissionen verbunden. Daniel Teichmann promovierte bei BMW über Technologien zur Wasserstoffspeicherung. Mittlerweile ist er Geschäftsführer einer GmbH, die in diesem Feld über 20 Patentanmeldungen hält.

Für seine Doktorarbeit arbeitete er ab 2009 mit einem interdisziplinären Team der Universität Erlangen-Nürnberg zusammen: Prof. Arlt, Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik, Prof. Wasserscheid, Inhaber des Lehrstuhls für Chemische Reaktionstechnik und Prof. Schlücker, Lehrstuhl für Prozessmaschinen und Anlagentechnik: „Wir haben den Schwerpunkt unserer Forschung damals auf die stationäre Speicherung von Wasserstoff gelegt. Das Thema war für mich von Anfang an verheißungsvoll“, sagt Daniel Teichmann.

Bis 2012 gelangen ihnen entscheidende Fortschritte bei der Entwicklung einer Technologie zur sicheren Speicherung von Wasserstoff in flüssigen Wasserstoffträgermaterialien (Liquid Organic Hydrogen Carriers – LOHC). Dabei wird Wasserstoff chemisch an ein flüssiges Trägermedium gebunden. Das Speichermedium, genutzt wird eine Substanz namens Marlotherm, ist weder toxisch noch explosiv. Man kann es in kommerziellen Dieseltanks transportieren und der Wasserstoff lässt sich monatelang ohne Verluste speichern. 2013 gründeten die Forscher dann die Hydrogenious Technologies GmbH. Die Professoren sind als Gesellschafter und wissenschaftliche Berater in der Firma involviert.

Container-große Anlagen mit LOHC

Hydrogenious Technologies konzentriert sich auf Wasserstofflogistik und Energiespeicherung. 2015 verkaufte die GmbH bereits mehrere Container-große Anlagen mit der LOHC-Technologie an Kunden aus Industrie und Forschung. Bis eine Anlage steht, dauert es um die neun Monate. „Das ist aber nicht ungewöhnlich im Anlagenbau“, erklärt der Wirtschaftsingenieur, „sobald wir die Anlagen in höheren Stückzahlen fertigen, können wir die Lieferzeit auf ein paar Monate verkürzen.“

Langfristig sieht Teichmann die LOHC-Technologie vor allem als Stütze für eine dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien: „Ich kann mir gut vorstellen, dass in jedem Stadtteil irgendwann eine Anlage steht. Spannend ist für uns auch Afrika oder andere Entwicklungsländer, wo in einigen Regionen überhaupt keine Anbindung an das zentrale Stromnetz besteht.“ Durch Elektrolyse lässt sich mithilfe von regenerativer Energie Wasserstoff gewinnen. Direkt danach wird das Element in einem katalytischen Prozess an das LOHC gebunden und lässt sich so sicher lagern oder transportieren. Nötig sind neue Möglichkeiten zur Energiespeicherung allemal, denn Windparks produzieren regelmäßig zu wenig oder viel zu viel Energie. Diese exportiert Deutschland deshalb manchmal zu Negativpreisen.

Britischen Investor gefunden

Auf die bisherige Entwicklung der Gesellschaft blickt Daniel Teichmann sehr zufrieden zurück. Unter anderem auch, weil sie seit 2014 neben der FAU auch Anglo American Platinum zu den Gesellschaftern zählen kann. Der britische Platin-Produzent sieht in der sicheren Wasserstoffspeicherung eine Stütze für platin-basierende Brennstoffzellen. Von dem Investor verspricht sich die Firma neben dem nötigen Kapital auch Know-How und ein breites Netzwerk. „Wir hatten von Anfang an viele Interessenten“, sagt Teichmann, „aber nicht alle passen gleichermaßen gut zur Strategie“. Daher lohne es sich auch für eine junge Firma, durchaus wählerisch zu sein.“ Dass der neue Investor letztlich nicht aus Deutschland kommt, ist laut Teichmann nicht ganz zufällig: „Die Finanzierungsmöglichkeiten im Bereich Risikokapital sind im angelsächsischen Raum deutlich vielfältiger als hierzulande.“
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Dr. Daniel Teichmann, CEO von Hydrogenious Technologies GmbH mit Sitz in Erlangen

Dr. Daniel Teichmann, CEO der Hydrogenious Technologies GmbH mit Sitz in Erlangen

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