DrugCop kämpft gegen K.o.-Tropfen Neuer Hightech-Stick erkennt Gefahren in Drinks rechtzeitig

K.o.-Tropfen oder Liquid Ecstasy ermöglichen das perfekte Verbrechen: Das Opfer erinnert sich später an nichts und die Droge ist maximal 12 Stunden nach Einnahme noch nachweisbar. Gleichzeitig häufen sich die Verdachtsfälle. Der kleine Schnelltest „DrugCop“ aus Nürnberg soll helfen, die Gefahren im Glas zu bannen. Im Interview verrät einer der Erfinder, Mirko Karafiat, mehr über das Vorhaben.

Wie kam die Idee zu einem Schnelltest, der gefährliche Substanzen in Drinks erkennt?

M. Karafiat: Mitte 2014 wollte mein Mitgründer Sven Schlotfeldt eine Sicherheits-App in Verbindung mit der Polizei entwickeln. Die Polizei fand das Vorhaben damals aber zu personalintensiv. Stattdessen machte sie uns auf das Problem mit K.o.-Tropfen aufmerksam. Dazu sollten wir etwas tun.

Wollten Sie das Vorhaben der Polizei dann gleich umsetzen?

Erstmal hatten wir nur wenige Ideen zur Lösung des Problems. Unser erster Ansatz war die Entwicklung eines Pflasters oder eine Art Bracket, wie bei einer Zahnspange, um die Stoffe auf der Haut oder im Mund zu erkennen. Durch unseren heutigen Mitgesellschafter Peter Kolb sind wir dann zu dem Ergebnis gekommen, dass Sensoren zur präventiven Erkennung von Drogen am besten geeignet wären.

Woher nehmen sie die technische Expertise für das Projekt?

Wir arbeiten für den DrugCop mit einem Team aus rund 60 israelischen Wissenschaftlern zusammen, mit denen Peter Kolb schon länger in Kontakt steht. Sie sind auf die Micro-Controller-Entwicklung und Miniaturisierung spezialisiert und unter anderem bereits in der Militärtechnik tätig gewesen. Wir planen eine längere Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsunternehmen. Momentan gibt es rund 10 verschiedene Stoffgruppen, die als „K.o.-Tropfen“ zum Einsatz kommen können. Die Kriminellen denken sich immer wieder etwas Neues aus. Wir bleiben deshalb mit einem Chemiker am Thema dran!

Wie sieht der DrugCop aus?

Hier gehen wir nach dem „Form-follows-function-Prinzip“ vor: Der Stick, der an der Spitze einen Sensor hat, muss so lang sein, dass er den Boden des Glases oder der Bierflasche berühren kann. Wegen der höheren Dichte der Substanzen fallen diese nämlich nach unten. Das Gehäuse muss lebensmittelecht und bruchfest sein. Und aus pragmatischen Gründen sollte der DrugCop natürlich möglichst klein ausfallen.

Wie nimmt man das Stäbchen dann mit in den Club oder an die Bar?

Wir sammeln noch Ideen für die Verpackung. Denkbar wäre zum Beispiel, das Stäbchen in einer Art Zigarrenröhrchen zu tun und es dann am Bund oder einer Kette zu tragen. Eine Mutter hat uns den Hinweis gegeben, dass die meisten jungen Frauen in den Discotheken ihre Handtaschen abgeben oder erst gar keine mehr mitnehmen. Daher sollte es auch andere Transportmöglichkeiten geben. Über solche Rückmeldungen sind wir sehr froh. Die deutschen Konsumenten lernen gerade, dass man bei Produktentwicklungen auch mitreden darf!

Wann startet der Verkauf des DrugCop?

Das hängt von dem finalen Prototypen ab. Wenn alles gut funktioniert, produzieren wir Ende des Jahres die erste Kleinserie. Anfang des Jahres konnten wir durch die umfangreiche Medienpräsenz einen Investor gewinnen. Er ist Unternehmer im Bereich industrieller Fertigung.

Was soll das Ganze kosten?

Um die 100 Euro wäre unser Wunsch. Wir wollen uns preislich im Vergleich mit Fitnessarmbändern positionieren, die bekommt man ja zwischen 50,- und 200,- Euro im Handel. Außerdem soll sich die junge Zielgruppe unser Produkt ja auch leisten können.

Zur Website

Die Dunkelziffer ist im Bereich von K.o.-Tropfen sehr hoch. Mit einer anonymen Datenbank möchten die Macher vom DrugCop Licht ins Dunkel bringen. Hier können sich Betroffene mitteilen und somit für weitere Aufklärung sorgen.

Die Gründer von DrugCop: Marketing-Experte Mirko Karafiat und Kommunikationsdesigner Sven Schlotfeld

Die Gründer von DrugCop: Marketing-Experte Mirko Karafiat und Kommunikationsdesigner Sven Schlotfeldt (von li.)

 

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