3. Startup Demo Night: Innovationen zum „Anfassen und Ausprobieren“

Cykyria Auf der Startup Demo Night probierten viele Besucher die Virtual Reality Brillen von Cykyria aus. Fotograf: Stefan Kleeberger

Das Interesse an neuartigen Produkten aus der Region wächst stark an: Während die ersten beiden Startup Demo Nights in Nürnberg um die 400 Gäste lockten, waren es nun zum Auftakt der Web Week schon um die 1000. Doch nicht nur die Menge der Besucher stellte die Startups zufrieden.

Teufelsmasken, Totenkopfschädel, Gebisse oder Vasen in extravaganter Form – was Christian Meiser bei seinem Stand im Messezentrum präsentiert, ist für die Besucher ein schöner Hingucker. Doch der Gunzenhausener will hier nicht Kunstwerke anbieten, sondern Service im 3D-Druck. Seine Ideenschmiede 4.0 baut alles, was man in dreidimensionalen Daten liefert oder konstruiert andere Ideen selbst. „Der 3D-Druck wird noch in vielen Industrien andere Technologien ersetzen“, ist sich Meiser sicher. Schließlich brauche man für die Fertigungen keine Formvorlage. Die große Neuheit an seinem Stand ist der Prototyp von „hanni“ – einem einfachen 3D-Drucker, der schon ab 99 Euro zu kaufen sein soll. Gleichwertige 3D-Drucker aus China kosten laut Meiser mit Zoll um die 200 Euro kosten.

Bei 45 Ausstellern im Messezentrum ist für jeden ein interessantes oder hilfreiches Produkt dabei: Fashionistas informieren sich über die App Dress and Friends aus Fürth, die einen virtuellen Kleiderschrank, Marktplatz und soziales Modenetzwerk bietet. Familien können durch die Plattform Haushaltshelden flexible Kinderbetreuung oder Putzhilfen finden. Tabletnutzer probieren das Zehnfingersystem 10tap auf der Rückseite der mobilen Endgeräte aus und Gaming Fans tauchen bei Cykyria mit einer Virtual-Reality-Brille in dreidimensionale Spielwelten ein.

Noch bis in den späten Abend hinein hält der Andrang an. Der Geschäftsführer des Veranstalters BayStartUP, Rudolph Carsten, ist mit den Ergebnissen heute zufrieden: „Auf manchen Messen werden die Startups vor allem von Personen angesprochen, die ihnen Beratungsleistungen oder ähnliches verkaufen wollen.“ Bei der Startup Demo Night gehe es dagegen um echtes Interesse an Investitionen und Kooperationen. „Die Investoren besuchen die Stände meist inkognito. Erst wenn ihnen die Konzepte gefallen, geben sie den Zweck ihres Besuchs Preis“, verrät Carsten.

Christian Meiser kann nach seiner Präsentation der 3D-Drucker gleich mit drei potentiellen Kapitalgebern Termine vereinbaren. Anderen Aussteller geht es auch einfach nur darum, in der fränkischen Digitalszene zu Netzwerken und sich bei einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. „Fernsehteams waren auch schon da“, freut sich Paul Niebler. Der Student gehört zum Team von Nighttett, einem Quartett für verschiedenen Städte, das Infos über Clubs und Bars mit Gutscheinen verbindet. „Außerdem haben wir gleich einige Nighttetts verkauft, obwohl wir das gar nicht vor hatten“, sagt Niebler.

Gründer Christian Meiser mit dem Schüler Leonhard Götz, der gerade das dreidimensionale Drucken mit "hanni" lernt.

Gründer Christian Meiser mit dem Schüler Leonhard Götz, der gerade das dreidimensionale Drucken mit „hanni“ lernt.

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