Von Lebkuchenherzen und Crowdsourcing Neues Format "StartupPitchRegionNbg" ist in die zweite Runde gegangen

Startuppitchregionnbg CEO und Co-Founderin Dorothea Utzt sucht im Coworking Space nach Verstärkung für Streetspotr. Foto: Michael Stingl

Beim StartupPitchRegionNbg stellen Gründer und solche, die es werden wollen, ihre Projekte in drei Minuten vor. Im Anschluss bleibt noch genügend Zeit für Fragen, Feedback und Netzwerken. Bei der zweiten Ausgabe der Eventreihe im CoWorking Space Nürnberg gaben fünf Entrepreneure ihre Ideen preis.

Get3Minutes

Wer auf der Suche nach einer neuen Wohnung oder einem Gebrauchtwagen ist, würde sich durch Präsentationsvideos einige Besichtigungstermine ersparen. „Aber wenn man nach passenden Videos googeln will, kommt nur Quatsch“, findet Seydi Göl aus Wemding. Und Beschreibungen mit Texten und Fotos seien nicht annährend so realistisch. Als „frustrierter Internetnutzer“ hat Göl deshalb nun die Plattform Get3Minutes gelauncht: Mit einem maximal drei Minuten langen Video kann man in 100 Kategorien werben, bewerben oder informieren. Die Seitenbesucher sollen so wenig wie möglich abgelenkt werden, daher werde man neben den Videos nur sehr gezielte Werbebanner finden. Privatpersonen stellen für neun Euro zwei Videos online. Gewerbetreibende zahlen für die Anmeldung 25 Euro Netto und können ein erstes Video kostenlos hochladen. Der Fokus von Get3Minutes liegt laut Seydi Göl erstmal auf Jobs und Immobilien. Für soziale Projekte sei aber auch kostenloses Werben möglich.

Streetspotr

Seit fünf Jahren betreibt Streetspotr aus Nürnberg mobiles Crowdsourcing. Mit Aufträgen vor Ort werden Mitglieder der Crowd zu Straßendetektiven. Beispielsweise prüfen sie in den Läden, ob Werbung und Waren richtig platziert sind und, ob die Preise stimmen. Fotos, die dann an Streetspotr gehen, werden manuell geprüft und außerdem kontrolliert man die GPS-Daten. Zu den Kunden von Streetspotr gehören hauptsächlich große Hersteller wie Nestle oder Procter and Gamble. Anfangs wollte Streetspotr Kunden und die Crowd vor allem über einen Self-Service zusammenbringen. „Aber wir haben gemerkt, dass ganz harter B2B-Vertrieb nötig ist“, sagt CEO Dorothea Utzt. Smartphone-Nutzer für Aufträge zu gewinnen, ginge dagegen sehr schnell, unter anderem dank großer medialer Aufmerksamkeit. „Mittlerweile hat Streetspotr den Break-even-Point erreicht“, erzählt die Geschäftsführerin stolz. Zur weiteren Expansion in zahlreiche europäischen Länder sucht die GmbH noch dringend Festangestellte sowie Werkstudenten und Praktikanten.

CMB Ideenschmiede

Mit „Hanni“ soll der 3D-Druck an deutschen Schulen groß rauskommen: Das zierliche Gerät baut alles, was ein Volumen von maximal 8 Kubikzentimeter hat. Der Gründer der CMB Ideenschmiede, Christian Meiser, arbeitet gerade an einem Sicherheitstracking, damit Kinder nur mit der Erlaubnis Erwachsener drucken können. Durch Förderungen für Schulprojekte sowie im Rahmen einer Crowdfunding Kampagne soll Hanni schon ab 99 Euro erhältlich sein. Ansonsten wird der – bald wohl TÜV geprüfte – 3D-Drucker für 180 Euro angeboten. „Mit dem Verkauf allein ist es finanziell noch nicht getan“, weiß Meiser. Deshalb möchte er vor allem mit dem Rundum-Service Geld verdienen, dazu gehören Wartungsverträge und Schulungen. Zusätzlich ist die junge Firma aus Gunzenhausen „Maker“ in der 3D-Branche. Zu den Kunden gehören Private, die gerne Dekorationsgegenstände oder Geschenke drucken lassen, aber auch größere Unternehmen wie der Halbleiterhersteller Infineon.

Terminaut

Seit 1997 beschäftigt sich Christian Lamprecht, der Gründer des Veranstaltungsmagazin Curt, mit Terminen und ihrer Darstellung. Nun arbeitet er an einer globalen Plattform für Termine jeglicher Art. Wer zum Beispiel nach Helene Fischer Konzerten in seiner Nähe such, soll nur die Termine am passenden Ort angezeigt bekommen und wird zu dem Ticketverkäufer Eventim weitergeleitet. Wer nach Events in anderen Regionen sucht, erhält zusätzlich Links zur Hotel- und Flugsuche. „Facebook ist bei privaten Terminen die größte Konkurrenz“, findet Lamprecht. Aber nicht jeder wolle das soziale Netzwerk nutzen. Terminaut soll vor allem durch den Google Kalender und eigenständige Eintragungen an die Termindaten gelangen. Bis Juli soll der Prototyp der neuen Plattform da sein.

Lebkuchenherzen

Die klassischen Lebkuchenherzen sind oft ein Liebesbeweis für den Beschenkten, doch der Schenker geht leer aus. Tobias Hien aus Straubing, der “einige Volksfeste getestet” hat, fand leider nirgends Lebkuchenherzen, die man sich mit dem Schatz teilen kann. Deshalb kreierte Hien entzweite Lebkuchenherzen, deren Designs jetzt geschützt sind. “Meine Idee ist nicht bahnbrechend, aber vielleicht macht sie die Welt ein kleines bisschen glücklicher”, hofft der Wipäd-Student. Die innovativen Zuckerstücke sollen gut einen Euro mehr kosten als die herkömmliche Variante. Drei Jahre könnten die geteilten Lebkuchenherzen immer gefragter werden – dann flacht das Interesse an solchen Produkten in weiteren drei Jahren wieder stark ab, vermutet einer Zuhörerin. Lohnen kann sich der Aufwand für Tobias Hien so oder so. Schließlich ist das süße Projekt Thema seiner Masterarbeit: “Von der Idee bis zur Markteinführung”.

Am 28. September geht StartupPitchRegionNbg in die nächste Runde, diesmal im Landratsamt Nürnberger Land in Lauf. Die Plätze werden nach Eingang der Anmeldung bei BayStartUp vergeben.

startup pitch nürnberg

WiPäd-Student Tobias Hien möchte das Lebkuchenherzen-Business aufmischen. Foto: Michael Stingl

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