test4pet: Kleiner Gesundheitscheck für Vierbeiner Urin-Schnelltest soll erste Hinweise auf Krankheiten geben

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Stellen Sie sich vor, Sie hätten Bauchschmerzen, die nicht mehr aufhören wollen. Sie sehen fit aus, Ihr Umfeld bemerkt nicht einmal, dass es Ihnen nicht gut geht. Was tun Sie? Sie gehen zum Arzt. Was aber, wenn Ihr Haustier Schmerzen hat? Ein Tier kann sich nicht beschweren, dass ihm etwas wehtut. Wäre es nicht praktisch, einfache Gesundheitsvorsorge für das Haustier zu haben?

Diese Frage stellten sich Petra Kinzl und Norbert Böhm von test4pet. „Haustiere sind einfach Familienmitglieder“, sagt Kinzl. „Und dementsprechend kümmert man sich auch um sie.“

Als Biologin, die seit Jahren in der Gesundheitsbranche tätig ist, wisse sie, dass sich Krankheiten entwickeln, lange bevor man sie erkennt. Also entwickelten Kinzl und der Ingenieur Böhm Gesundheitsschnelltests für Tiere.

Labortechnik für daheim

„Unser Ansatz ist eine selbstbestimmte Gesundheitsvorsorge“, sagt sie. Es gehe darum, früher über gesundheitliche Veränderungen Bescheid zu wissen, um nicht erst dann reagieren zu können, wenn starke Symptome sichtbar sind.

Als Indikator eigne sich hervorragend der Urin, denn dort könne man sehr gut eine Normalkonzentration einiger Stoffe bestimmen. Abweichungen von diesem Normbereich können Hinweise auf beginnende Krankheiten sein. Die dabei verwendete Technologie ist laut Kinzl in Laboren „bewährte Praxis“. Seit langem würde mit einer ähnlichen Methode in Laboren gearbeitet. Die Tests des Bamberger Unternehmens seien eine vereinfachte Form, mit der auch Laien etwas anfangen könnten.

„Man kann sich das vorstellen wie ein Fieberthermometer“, erklärt die Biologin. „Liege ich mit meinem Messwert in der Norm oder nicht?“

App trackt die Gesundheit

Das Produkt von test4pet besteht aus zwei Komponenten: einem Testlöffel und einer kostenlosen App. Den Testlöffel hält man kurz unter den Urinstrahl des Tiers – eine Sekunde reicht dabei aus –, die App liest anschließend automatisch den Test aus. So kann die App nicht nur sagen, ob die Werte im Normbereich liegen, sondern speichert die Ergebnisse auch, sodass die Besitzer die Gesundheit ihrer Tiere besser verfolgen können. Außerdem gibt sie Hinweise, woran die Veränderungen liegen könnten. Trotzdem, darauf weist Kinzl explizit hin, seien die Tests kein Diagnoseinstrument. „So ein Produkt kann niemals den Tierarzt ersetzen.“ Es sei allein ein Mittel zur Vorsorge und eine Ergänzung zum Tierarztbesuch.

Zu kaufen gibt es die Testlöffel für rund 7 Euro einzeln, oder im Sechserpack für 35 Euro im Fachhandel oder beim Tierarzt. Die App von test4pet ist frei im Google Play Store erhältlich.

Auch von Tierärzten empfohlen

Zunächst gab es die Tests nur für Pferde und Hunde. Doch auch die Besitzer von Katzen, Schweinen, Schafen, Ziegen und Rindern wollten von test4pet profitieren, deshalb wurde das Anwendungsgebiet erweitert.

Ganz allgemein wollen Kinzl und Böhm ihr Produkt weiterentwickeln und später auch in anderen Ländern verkaufen. Aber: „Wenn man etwas gut machen will, muss man einen Schritt nach dem anderen machen“, so Kinzl.

Nach dieser Philosophie haben die beiden sich in der Vergangenheit schon gerichtet. Denn von der Idee zum Verkauf des fertigen Produkts ist es ein langer Weg. Als Meilensteine für das Unternehmen nennt Kinzl die erfolgreichen ersten Anwendertests, das Patent und, natürlich, die Tests zur Marktreife gebracht zu haben. Außerdem würden viele Tierärzte inzwischen test4pet unterstützen und weiterempfehlen.

Von Anfang an war Norbert Böhms und Petra Kinzls Ziel, Gesundheitstests zu entwickeln, die „einfach, gut, hygienisch und gut in den Alltag des Halters integrierbar“ sind. Und das haben die beiden offensichtlich erreicht.

Hannah Friedrich

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