Favendo macht stationär digitaler Bamberger Startup verzeichnete großes Wachstum mit der Beacon-Technologie

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Sie betreten ein Gebäude, pling, das Handy meldet sich. „Herzlich Willkommen“, ist auf dem Display zu lesen. Kommt Ihnen bekannt vor? Dann haben Sie schon einmal Technologie genutzt, wie sie die Firma Favendo vertreibt.

Favendo produziert Soft- und Hardware, die grob gesagt dazu dient, Personen und Dinge in Innenräumen zu lokalisieren. Dazu werden Sender in den Räumen platziert, hauptsächlich Bluetooth Low Energy Beacons. Registriert das Handy, dass ein Beacon in der Nähe ist, löst das eine vorinstallierte Aktion in der zugehörigen Handy-App aus – wie zum Beispiel einen Begrüßungstext.

Daten gegen Rabatte

Das Prinzip funktioniert – leicht angepasst – auch in Kaufhäusern. Nähert sich ein Kunde beispielsweise einem Regal mit Schuhen, erscheint auf dem Handy eine Push-Nachricht mit einem passenden Rabatt für bestimmte Marken. Auch der Betreiber des Geschäfts profitiert von der Technologie: Im Gegenzug für Gutscheine, erweiterte Produktinformationen, oder Ähnliches übermitteln Kunden Daten an das Kaufhaus. Das sind hauptsächlich Bewegungsmuster, es können aber auch Merkmale wie Alter oder Geschlecht sein. Wie viel der Nutzer von sich preisgibt, entscheidet er selbst.

Auf Basis dieser Daten kann der Betreiber zum Beispiel feststellen, wo sich weibliche Nutzer ab 35 aufhalten, oder wie lange sich Besucher durchschnittlich an bestimmten Orten im Kaufhaus aufhalten. Was mit Personen funktioniert, klappt auch mit Produktionsteilen in der Industrie. Favendo-Geschäftsführer Richard Lemke kennt einen entscheidenden Vorteil von Bauteilen gegenüber App-Nutzern. „Im Gegensatz zu einem menschlichen Kunden muss ich ein Produktionsteil nicht davon überzeugen, mir seine Daten zu überlassen“, meint er. „Ich statte es einfach mit einem Sender aus.“

Bauteile verfolgen und Produktion optimieren

Richard Lemke

Der Jurist Richard Lemke gründete Favendo 2014 gemeinsam mit Holger Mannweiler.

Und so können Firmen dann nachverfolgen, wo ein Bauelement herkommt, wo es sich momentan befindet, und an welchen Ort es gebracht werden soll. Mithilfe von Effizienzalgorithmen können die Unternehmen feststellen, an welchen Stellen in der Produktion sie ihre Prozesse optimieren können.

Laut Lemke stattet Favendo derzeit das zwanzigste Kaufhaus aus und hat auch in einem der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt seine Technologie eingerichtet.

„Für die beiden letzten Projekte waren die Hürden sehr hoch“, sagt Lemke. „Der größte Erfolg von Favendo ist es deshalb für mich, dass jeder einzelne Mitarbeiter trotz aller Schwierigkeiten an den Erfolg dieser Projekte geglaubt hat. Zumindest die meiste Zeit, und nie haben alle auf einmal gezweifelt.“

Rückschläge musste das junge Unternehmen mit Sitz in Bamberg und Jena allerdings auch hinnehmen. „Menschliche Enttäuschungen, technische Schwierigkeiten, finanzielle Engpässe“, zählt Lemke auf. „Alles, was anderen Gründern auch begegnete oder begegnen wird. Aber sie liegen hinter uns. Neue werden früh genug kommen.“

Momentan befände sich Favendo an der Schwelle zu einem etablierten Unternehmen. Favendo wolle sich weiter vergrößern um neue Märkte erschließen zu können und internationale Kunden stärker anzusprechen. „Wir haben noch so einiges vor“, verspricht Lemke.

Von Hannah Friedrich

favendo bamberg

Die Geschäftsidee kam durch die Vorstellung des iBeacon-Protokolls von Apple im Jahr 2014. Die Gründer von Favendo sind bereits vor der offiziellen Vorstellung auf diese Entwicklung aufmerksam geworden.

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