Emqopter baut Drohnen der Zukunft

emqopter

Drohnen sind nicht mehr länger Zukunftsmusik. Sie werden in der Industrie eingesetzt, um beispielsweise schwer zugängliche Stellen zu erreichen. An vielen Hochschulen lernen Studenten bereits, Drohnen zu programmieren. Und natürlich kann auch Otto Normalverbraucher mithilfe von Drohnen Urlaubsfotos von der Luft aus schießen – auch wenn man dafür inzwischen einen Drohnenführerschein braucht.

Während sich Privatpersonen meist mit Standardmodellen zufrieden geben, haben Industrie und Lehre speziellere Anforderungen. Für sie produziert das Würzburger Startup Emqopter.

Emqopters Angebot umfasst zwei Bereiche: Einerseits Drohnen mit vier bis acht Rotoren, andererseits Systeme zur Vermeidung von Kollisionen, die auch an Drohnen anderer Hersteller angebracht werden können. Beide Angebote können je nach Anforderungen angepasst werden und sind somit auf die Bedürfnisse des jeweiligen Firmenkunden oder der Hochschulen zugeschnitten. So kann beispielsweise bei den Kollisionsvermeidungssystemen zwischen verschiedenen Techniken wie Infrarot, Ultraschall oder Laser variiert oder diese auch miteinander kombiniert werden.

Die Anfänge des Startups liegen an der Uni Würzburg. Dort promovierte der jetzige Geschäftsführer von Emqopter, Nils Gageik. Vor sieben Jahren forschte er im Rahmen seiner Promotion zu Drohnentechnik und legte den Grundstein für das, was später das erste Produkt von Emqopter werden sollte: das Quadrotor Control System (QCS). In seiner heutigen Form wird das QCS an Hochschulen verkauft. Hier kann die Drohne an einer Stange befestigt werden. Das bietet sich für die ersten Programmierversuche der Studenten an, denn die Drohne kann somit nicht unkontrolliert davonfliegen und schlimmstenfalls beschädigt werden. In weiteren Schritten können Gelenke an der Stange ausgetauscht werden. Dies geht schnell, da das Ganze als Stecksystem konzipiert ist.

„Wir können die Entwicklung Schritt für Schritt mitgehen“, sagt Paul Benz, Kommunikationsleiter bei Emqopter. Mithilfe unterschiedlich flexibler Gelenke können die Studenten immer mehr selbstständig programmieren. Schlussendlich kann die Stange entfernt und die Drohne unabhängig zum Fliegen gebracht werden.

Der Weg hin zur aktuellen Produktpalette war für das Startup nicht immer einfach. Mehr als einmal kam es vor, dass Projekte scheiterten. Andererseits ist es Emqopter gelungen, frühzeitig einen Investor zu finden. Auch die Kooperation mit verschiedenen Partnern brachte die Würzburger an den Punkt, an dem sie jetzt stehen. „Jedes Projekt bringt einen weiter“, meint Benz. Und tatsächlich: Vor wenigen Wochen bekam Emqopter die Zusage für die BayTOU-Förderung des Freistaats Bayern.

In den kommenden zwei Jahren soll nun Emqopters Drohnentechnik noch einmal weiterentwickelt werden: Zukünftig sollen Drohen auch greifen, transportieren, oder beispielsweise Schalter drücken können. Benz: „Das geht in Richtung vollkommener Autonomie in verschiedenen Industriezweigen.“

Habt ihr einen technischen oder naturwissenschaftlichen Hintergrund? Bei Emqopter könnt ihr ein Praktikum absolvieren oder eine Abschlussarbeit anfertigen, beispielsweise zu dem Thema kamerabasierte Positionsbestimmung. Näheres dazu findet ihr hier.

Hannah Friedrich

quadrotor Emqopter

Mit dem Quadrotor können Studenten Drohnen ausprobieren, ohne Chaos in der Luft zu veranstalten.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*