7 Fragen an IT-Labs

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Um den Versorgungsbedarf festzustellen, behelfen sich viele Anbieter der Heimpflege heute noch mit Stift und Papier, die Moderneren mit PDF-Dokumenten. Die IT-Labs GmbH aus Nürnberg setzt hier mit „Alberta“ an, einer intelligenten Versorgungsmanagementplattform für chronisch Kranke. Güven Karakuzu, der IT-Labs im August 2017 gründete, erzählt im Interview, wie Alberta die Heimpflege unterstützen soll und welche Pläne er für sein Unternehmen hat.

Was leistet eure Software?

G. Karakuzu: Alberta unterstützt die Mitarbeiter von Homecare-Unternehmen über Handy, Tablet und PC. Abhängig vom festgestellten Bedarf löst die Plattform Bestellungen mit den notwendigen Medikamenten und Hilfsmitteln aus, liefert diese und weist die Patienten bzw. die Pflegenden in die Nutzung ein.

Alberta verkürzt die Eingabezeit für die Beteiligten, z.B. Ärzte und Kliniken, durch ein Vorschlagssystem. Bei der Auswahl der Produkte werden die Außendienstmitarbeiter unterstützt, indem nur noch die Produkte angezeigt werden, die für den Patienten relevant sind und die den Versorgungs- und Abrechnungsbedingungen der jeweiligen Krankenversicherung entsprechen. Alle Daten, die in unserem System generiert werden, gelangen in das jeweilige Warenwirtschaftssystem des Leistungserbringers, damit dieser in seinem System alle Daten auf einen Blick hat.

Die Plattform bietet:

  • Responsive Webanwendung
  • Verlustfreie Offline-Anwendung
  •  Automatisierung der Ermittlung des Produktbedarfs durch evidenzbasierte Algorithmen
  • Digitale Vernetzung von Klinik, Arzt, Pflegeheim/-dienst
  • Analyse des Datenbestands
  • Schnittstelle zu gängigen ERP-Systemen
  • Mustererkennung bei der Versorgung

Wer sind eure Kunden?

Unsere primäre Zielgruppe sind Homecare-Unternehmen bzw. Sanitätshäuser, die häusliche Pflege betreiben. Außerdem ist unsere Software für Apotheken, Herstellerunternehmen mit Direktgeschäft und Dienstleistungsunternehmen wie z.B. Abrechnungzentren, Großhändler oder Lieferanten interessant.

In welche Situationen wird eure Plattform Alberta von den Homecare-Anbietern vor allem benötigt?

Die Mitarbeiter der Leistungserbringer, meist examinierte Pflegekräfte, haben während ihrer Außendienst-Einsätze nur selten Internet, da die Breitbandabdeckung gerade in ländlichen Bereichen nach wie vor nicht ausreichend ist oder weil in Kliniken und Pflegeheimen aufgrund der Bauweise keine (gute) Verbindung möglich ist. Daher kann unsere Software online, aber auch offline arbeiten. Sobald wieder eine Online-Verbindung besteht, synchronisiert und verteilt das System die Informationen an alle berechtigten Benutzer.

Was hast du vorher gemacht und wie seid ihr aufeinandergestoßen?

Ich habe BWL mit dem Schwerpunkt Gesundheitsmanagement studiert. Nachdem ich zehn Jahre bei einem Homecare-Unternehmen, davon drei als Geschäftsführer, gearbeitet haben, wusste ich was die Bedürfnisse der Kunden am Markt sind und haben mich selbstständig gemacht.

Wie finanziert sich euer Startup aktuell – und langfristig?

Von Anfang waren zwei Business Angels mit an Bord. Die Firma ist also von Finanzinvestoren gestützt und gesichert. Zudem wurde im September  der erste Vertrag mit einem großen Kunden unterzeichnet. Anfang 2019 folgen weitere zahlende Kunden. Unsere Software wird als SaaS-Lösung am Markt angeboten.

Welche Tätigkeiten nehmen gerade den Großteil eurer Zeit ein?

Kundenakquise, Testkunden betreuen, interne Tests, Stammdatenabgleich mit unseren und den Daten von Kunden, Vorbereitungen vor Rollouts, Förderanträge für Startups, Marketingveranstaltungen, Pitches

Wo steht IT-Labs in drei Jahren?

Wir wollen weitere Apps entwickeln, die dann aber Themenschwerpunkte haben wie etwa Schulungsverwaltung. Unsere Kunden sollen jedoch nach wie vor aus dem Bereich Heimpflege bzw. Gesundheitswesen stammen. Wir werden uns nicht auf andere Branchen stürzen. Außerdem möchten wir in den kommenden Jahren unser Therapieportfolio erweitern, damit wir nicht nur die klassischen Homecare-Therapien betreuen können, sondern beispielsweise auch Diabetes.

Das Team soll natürlich aufgestockt werden – ich stelle mir ein Team von ca. 15 Mitarbeitern vor. Und bei Alberta wird auch in drei Jahren noch kein Stillstand herrschen, denn es werden weitere Module und Funktionen entwickelt. Jeder Testkunde gibt uns positiven Input und bringt neue Vorschläge ein, von denen wir den einen oder anderen umsetzen wollen.

IT-Labs ist aktuell auf der Suche nach Softwareentwicklern und Projektmanagern für seinen Standort im Nürnberger Zollhof. Weitere Infos dazu findet ihr hier.

Güven Karakuzu

2018 belegte IT-Labs den 3. Platz beim Bayerischen Businessplan Wettbewerb Nordbayern von BayStartup in Phase 3. Foto: Andreas Gebert

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