Dank Craftplaces sind mobile Unternehmen jederzeit auffindbar

Cradtplaces In der Foodtruck-Hauptstadt Nürnberg haben sich Daniel Bendl (links) und Markus Wolf (rechts) zusammengetan, um die bislang größte deutsche Plattform für Unternehmen mit wechselnden Standorten aufzubauen.

Google Maps, Yelp und Co. zeigen die Standorte und Öffnungszeiten von stationären Geschäften und Gastronomiebetrieben an – mobile Geschäftsmodelle werden nicht abgebildet. Damit Fans von Foodtrucks und anderen beweglichen Unternehmen trotzdem mit den nötigen Standort-Informationen versorgt werden können, gründeten Daniel Bendl und Markus Wolf 2017 die Craftplaces GmbH. Im Interview erzählt der CEO Daniel Bendl, welchen Service das Startup aus Veitsbronn bietet und welche nächsten Schritte geplant sind.

2010 startete mit RibWich aus Schwabach der erste Imbisswagen in Deutschland, der dem modernen Foodtruck-Konzept entspricht – wenige, aber in der Regel sehr hochwertige Gerichte. 2014 gab es hierzulande schon mehrere hundert aktive Trucks und mittlerweile sind es mehr als 1.500.

Daniel Bendl und Markus Wolf veröffentlichten 2012 eine Liste mit den Namen aller Foodtrucks in Deutschland auf einer statischen Website. Für ihren Blog und Podcast „Nürnberg und so“ testeten sie zudem regelmäßig selbst das Essen einzelner Foodtrucks oder berichteten über Events der Foodtruck-Szene. „Es war einfach unser persönliches Interesse. Wir stammen beide nicht aus der Gastronomie“, erklärt Bendl. Der CEO ist studierter Designer und besaß damals eine Werbeagentur. Sein Mitgründer Markus Wolf – Informatiker und ebenfalls Designer – ist ausgebildeter Lebensmittelchemiker.

Die Foodtruck-Namen reichten Fans der rollenden Gourmettempel aber nicht. „Wir wurden häufig gefragt, wann und wo denn überhaupt welche Trucks stehen“, erinnert sich Bendl.

Deshalb können die Foodtrucks seit mehreren Jahren ihre Tourdaten einpflegen. Über die offene Schnittstelle Craftplaces-API werden die gespeicherten Touren dann u.a. in der Foodtrucks App für iOS und Android, in der Android-App Gourmobile, auf Städteportalen (z.B. Hamburg, Nürnberg) oder auf der Website von Craftplaces veröffentlicht. Dank Craftplaces Alexa-Skills kann man zudem auch per Spracheingabe erfahren, wo genau in der Stadt welche Anbieter zu welcher Uhrzeit ihre Köstlichkeiten verkaufen. Mindestens eine Millionen Mal pro Monat werden so Tourdaten veröffentlicht.

Mehr als 1.000 Foodtrucks, Foodtrailers und Streetfood-Stände aus dem deutschsprachigen Raum sind auf Craftplaces registriert. Laut Daniel Bendl gehören davon etwa 15 Prozent zu den zahlenden Kunden. Diese sparen durch die Premiumleistungen Zeit oder erhalten Unterstützung bei der Reichweitenmaximierung. Zum Beispiel werden die Tourdaten auf den Homepages der Streetfood-Anbieter automatisch aktuell gehalten oder per Twitter geteilt. Über das Antwortsystem Connect gehen Anfragen für Catering und Events ein. Außerdem erhalten Premiumkunden Hilfestellungen bei der Standortsuche, indem auf einer Heatmap Aktivitätsdaten von Nutzern angezeigt werden, welche sich auf den Kanälen von Craftplaces informieren bzw. automatisch informiert werden.

Nicht nur für die Food-Branche interessant

Foodtrucks seien für Craftplaces das „Proof of Concept“, mit dem die Gründer in andere europäische Länder und die USA expandieren möchten. Außerdem sollen die Services der Craftplaces GmbH viele weitere Arten von mobilen Unternehmen adressieren. Aber welche mobilen Geschäftsmodelle spielen neben Streetfood-Anbietern überhaupt eine Rolle?

„Zum Beispiel gibt es Fashion Trucks mit Klamotten an Bord, die für Events oder Partys gebucht werden“, weiß Bendl. „Viele Gewerbe, die heute noch an festen Lokalitäten verankerte sind, werden ihre Dienstleistungen und Waren mobil anbieten. Der Friseur-Truck, den wir vor zwei Jahren im Silicon Valley entdeckt haben, veranschaulicht diese Vorstellung gut.“

Für die Umsetzung der Pläne sind Daniel Bendl und Markus Wolf auf der Suche nach einem potentiellen 3. Mitgründer (mit Schwerpunkt Finance, Sales und Marketing) sowie Investoren. „Der Investor kann auch ein strategischer Partner sein“, sagt Bendl. Steht die Finanzierung, soll ein Team aufgebaut werden.

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